Sonntag, 19. November 2017
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15.09.2016

Ein modernes Landhotel mit Stil


Das Landhotel „Alte Post“ in Müllheim ist das erste Haus am Platz. Vor 30 Jahren hat der damals 32-jährige gelernte Koch und Diplom-Hotelier Heinrich Mack die im Jahr 1745 erbaute ehemalige Posthalterstation erworben. Von Alexander Anlicker Müllheim. Das zuvor von der Deutschen Schlafwagen-Gesellschaft als Motel betriebene Anwesen war ordentlich in die Jahre gekommen. Ohne Eigenkapital und mit Mut zum Risiko wagte der zuletzt als Vizedirektor in einem 350-Betten-Hotel in Basel tätige Gastronom den Sprung in die Selbstständigkeit und hat selbst wieder die Kochjacke angezogen. Verbunden mit Land und Leuten Wesentlicher Punkt für den Erfolg der „Alten Post“ ist die Verbundenheit mit Land und Leuten, die den Sohn eines Schwarzwälder Hoteliers und Gastronomen auszeichnet. „Mir war es wichtig, eine lokale Wertschöpfungskette zu schaffen“, sagt Mack. Dies spiegelt sich bis heute am engen Kontakt zu heimischen Lieferanten und Weingütern wider. Daraus entstand in den Jahren 1989 und 1990 ein innovatives und außergewöhnliches Konzept. Das Thema Ökologie sei naheliegend gewesen, erklärte Mack. Er legte in der Küche schon immer Wert auf gute Produkte. So arbeitete er als einer der ersten Gastronomen Deutschlands mit Ökobauern zusammen. Schon 1991 wurde die „Alte Post“ als Umwelthotel des Jahres ausgezeichnet und erhielt zudem den „Umweltpreis Mittelstand“. Das Thema Ökologie beschränkte sich nicht nur auf die Küche, sondern ist im ganzen Hotel präsent. Die Zimmereinrichtungen wurden von einem Schreiner aus heimischen Hölzern gefertigt, und bei Baumaßnahmen wurde Wert auf natürliche Putze und biologische Farben gelegt. Passend zum historischen Charakter des Gebäudes kamen auch historische Baustoffe wie alte Holzfußböden zum Einsatz. Vor fünf Jahren wurde ein Blockheizkraftwerk eingebaut, und der ehemalige Heizöltank wird heute als Regenwasserzisterne für den Garten genutzt. Historischer Posthaltersaal saniert Nach und nach wurden in den vergangenen Jahren sämtliche Räumlichkeiten saniert. Zum „30-Jährigen“ wurde diesen Sommer der historische Posthaltersaal im Hauptgebäude saniert und mit baubiologischen Materialien, hochwertigem Eichenholzboden, modernster Technik, Kohlendioxid-neutraler Klimaanlage mit Wärmerückgewinnung und aufwendiger Akustikdecke ausgestattet. Der Saal wird künftig flexibel als Fest- und Bankettraum genutzt. Rund 700?000 Euro wurden in die aktuelle Sanierung des 100 Quadratmeter großen Saals investiert. Teuer machten die Sanierung vor allem die stetig steigenden Brandschutzauflagen. Wo schon Goethe, Hebel und Markgraf schliefen Insgesamt investierte Mack in den vergangenen 30 Jahren knapp fünf Millionen Euro in das Markgräfler Kleinod, das neben dem Markgräfler Heimatdichter Johann Peter Hebel unter anderem auch Markgraf Karl Friedrich von Baden sowie die Dichter August Heinrich Hoffmann von Fallersleben und Johann Wolfgang von Goethe beherbergt hat. Aus anfänglich vier Mitarbeitern sind zwischenzeitlich 40 Mitarbeiter geworden, darunter ein zehnköpfiges Küchenteam um die beiden Küchenchefs Olaf Wortmann und Markus Martin. In 30 Jahren hat Mack insgesamt 60 Leute erfolgreich in der Küche und im Hotelfach ausgebildet. Anlässlich „30 Jahre Heinrich Mack im Landhotel Alte Post“ gibt es noch bis zum Jahresende für die Gäste ein ausgesuchtes Vier-Gänge-Jubiläumsmenü.

Weiler Zeitung, 15.09.2016